Klaipeda, am Eingang zum Kurischen Haff, ist Litauens einziger großer Seehafen. Da bietet sich ein Besuch im Rahmen einer Ostsee Kreuzfahrt an. Seine knapp 200.000 Einwohner sind sowohl in traditionellen Industriezweigen wie Bernsteinförderung und Holzexport tätig, als auch in neueren wie Fischverarbeitung und Tourismus. Klaipeda hat sich zum kulturellen und wirtschaftlichen Mittelpunkt der Region entwickelt. Über 3.000 Studenten besuchen das Polytechnische Institut, das staatliche Konservatorium und weitere Hochschulen. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite von Klaipeda Info.

Die vielfältige Schönheit von Wäldern, Dünen und See zieht Tausende von Touristen ins Gebiet am Kurischen Haff. Das Heilbad Palanga, 25 km nördlich von Klaipeda, zählt zwar nur 18.000 Einwohner, beherbergt aber jährlich 400.000 Feriengäste, die um der belebenden Mischung aus frischer Luft und Salzwasser willen anreisen. Das ganze Jahr über sind die jodhaltigen Mineralquellen und Schlammbäder des Kurortes in Betrieb. Eine schmale Landzunge aus Sand und Kiefern, die parallel zur Küste verlaufende Kurische Nehrung, umschließt das Kurische Haff. Das oft auch Litauische Sahara genannte Gebiet bietet allen, die Ruhe und Erholung suchen, Zuflucht.
Sie kommen auf Ihrer Ostsee Kreuzfahrt im Hafen von Klaipeda an. Vom Kreuzfahrtschiff sind es nur ca. 800 Meter in die Stadt. Sie können also die schöne Altstadt gut zu Fuß erkunden. Es gibt aber auch einige Fahrradvermieter in der Stadt. Die Fähre nach Smiltyne (Sandkrug) auf der Kurischen Nehrung können Sie ganz in der Nähe Ihres Kreuzfahrtschiffes nehmen. Zwischen Smiltyne und Nida (Nidden) fahren Busse.
Klaipeda ist die älteste Stadt Litauens und verfügt über eine attraktive Altstadt. Stadtrundgänge beginnen meist am hübschen Theaterplatz. Hier entstand 1819 das erste feste Theater. Das heutige Gebäude ist eine Nachbildung des ursprünglichen Theaters, das dem Großbrand von 1854 zum Opfer fiel. Ein Brunnen und das berühmte Standbild des Ännchen von Tharau auf dem Theaterplatz erinnern an den 1605 in Memel geborenen Dichter Simon Dach. Das alte Ännchen (eine Figur aus einem beliebten Volkslied von Dach) überlebte den 2. Weltkrieg nicht, doch konnte dank einer eigens zu diesem Zweck in Deutschland gegründeten Gesellschaft vom Berliner Bildhauer Arnold Haake eine Nachbildung erstellt werden, die 1990 eingeweiht wurde.
Die Turgaus gatve (Marktstraße) war Memels erste gepflasterte Straße. Einige schöne Gebäude aus dem 19. Jahrhundert blieben erhalten. Westlich des Theaterplatzes stehen am Dangeufer die Überreste der Memelburg. Eines der ältesten Fachwerkhäuser findet man an der Aukstoji gatve (Hohenstraße) Nr. 3. In derselben Straße können sich Philatelisten in der Alten Post (Nr. 13) einen Sonderstempel auf ihre Briefe drücken lassen.
Wenn Sie auf einer Ostsee Kreuzfahrt nach Klaipeda kommen, bietet sich natürlich ein Besuch auf der Kurischen Nehrung an. Diese lässt sich leicht mit der Fähre erreichen, die jede halbe Stunde mit Ziel Smiltyne (Sandkrug) ablegt. Weitere Informationen zu den Orten auf der Kurischen Nehrung finden Sie auf der Webseite von Visit Neringa.
1866 begannen die Preußen am Nordzipfel der Nehrung eine Festung zum Schütze des Memeler Hafens zu errichten. Die Anlage 5 wurde jedoch nie fertiggestellt und geriet bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit. Zu diesem Zeitpunkt beschloss die Regierung, hier ein Meeresmuseum und Aquarium einzurichten (1979 eröffnet). Über 100 Arten heimischer Süßwasser- und Ostseefische können in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet werden, außerdem sind tropische Fische, Muscheln und Korallen zu bewundern. Das Museum zeigt auch Schiffsmodelle aus verschiedenen Epochen. In den Außenbecken tummeln sich Seehunde, Seelöwen, Schildkröten, Pinguine und Delphine. Gleich südlich des Aquariums befindet sich das ethnographische Freilichtmuseum, das Einblick in das Leben der kurischen Fischer gewährt. Ein altes Segelschiff unweit davon dient nun als Restaurant.
Ebenfalls auf der Kurischen Nehrung und von Smiltyne aus mit dem Bus zu erreichen ist Nida. Kein Wunder, dass dieses Städtchen im Herzen der Kurischen Nehrung seit jeher Dichter und Maler und in neuerer Zeit auch Fotografen anzieht! Seine bis zu 60 Meter hohen Dünen sind die höchsten Europas. Im Tal des Schweigens gibt es nur Sand und Himmel, so weit das Auge reicht, und von den hohen Dünen herab blickt man auf eine zauberhafte, friedvolle Landschaft aus weißen Sandbergen und grünen Kieferwäldern. Auf dem Schwiegermutterberg steht das Thomas-Mann-Haus mit seinem typischen Reetdach, verzierten Windbrettern und weißen Fensterläden. Der berühmte Schriftsteller arbeitete hier in den Sommern der Jahre 1930-32 an dem Roman Joseph und seine Brüder. Nun beherbergt die Villa ein Museum und eine Gedenkstätte. Der kleine, halbvergessene Friedhof neben der Dorfkirche lohnt einen Besuch. Für die Haffregion typische, aus Holzbrettern geschnitzte Grabmäler stehen hier wie graue Waldgeister unter hohen alten Bäumen.
Palanga (Polangen) ist der größte und beliebteste Badeort an der litauischen Küste. Ein weißer, von Küstenwäldern gesäumter Sandstrand erstreckt sich scheinbar endlos in nördlicher und südlicher Richtung und zieht Besucher aus ganz Europa an. Die baumbestandene, verkehrsfreie Altstadt lädt zum Bummeln ein. Der Botanische Garten wurde Ende des 19. Jahrhunderts von einem französischen Landschaftsarchitekten angelegt. Im einstigen Schloss des polnischen Grafen Tiskiewicz mitten im Park befindet sich das berühmte Bernsteinmuseum. Hier erfahren Sie, wie Bernstein gewonnen und verarbeitet wird. Unter den 18 000 Stücken der bemerkenswerten Ausstellung sind kiloschwere Brocken und prähistorische Schmuckstücke zu bewundern.
Sie kennen Klaipeda und haben noch Tipps für andere Kreuzfahrer. Dann wäre es nett, wenn Sie Ihre Erfahrungen hier zur Verfügung stellen.
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